Sind Schweizer Juristen für die Globalisierung gewappnet?

Neue Publikation: Sind Schweizer Juristen für die Globalisierung gewappnet? Ziegler Andreas R., 08/06/2020. Jusletter

Internationale Aspekte spielen heute eine immense Rolle in der Tätigkeit der meisten Juristen. Entsprechend ist die Kenntnis, wie man mit diesen Aspekten umgeht, von fundamentaler Wichtigkeit für die zielführende und qualitativ hochstehende Ausbildung von Juristen. In der Schweiz bestehen immense Unterschiede zwischen den vermittelten Inhalten und Fähigkeiten («Skills») (Teil III) an den Ausbildungsstätten und in den unterschiedlichen Programmen (Teil IV). Gewisse Institutionen sollten dringend ihre Minimalanforderungen überdenken (Teil V).

Read the Article here: https://news.unil.ch/display/1591685014282

Alternative: https://jusletter.weblaw.ch/juslissues/2020/1026/sind-schweizer-juris_d158808f00.html

2 thoughts on “Sind Schweizer Juristen für die Globalisierung gewappnet?

  1. Jurgen Brohmer

    Hallo Andreas,

    “Les aspects internationaux jouent un rôle essentiel dans le quotidien de la plupart des juristes.”

    Das ist eine interessante These, man hört sie oft, auch hier in AU. Ich habe da so meine Zweifel. Keinen Zweifel habe ich, dass das internationale generell wichtiger geworden ist. Klar. Keinen Zweifel habe ich daran, dass für einen Ausschnitt an Juristen, der auch am wachsen ist, die These stimmt. Aber ich würde mal einfach so sagen, ohne Daten zu haben, „gut feeling“, für 75-80% der Juristen spielt internationales im Arbeitsalltag kaum eine Rolle. Ab und an mal. Es werden vielleicht mehr, wenn man jeden Auslandsbezug direkt zum internationalen Bezug hochzoomt. Wenn ich hier jetzt in AU in der Tiefgarage randaliere (wie dieser Tage vor dem Magistrate’s Court hier in Perth mit Medizinnobelpreisträger Barry Marshall passiert), dann hat das zwar bei mir einen Auslandsbezug, aber ist das schon ein internationaler Aspekt?
    Es gab hier wiederholt Bemühungen, den internationalen Charakter der Murdoch Law School herauszustellen, die ich 7 Jahre geleitet habe. Ich habe mich immer etwas gewehrt, gerade auch, weil meine Dean’s External Advisory Group (mit Top-Leuten besetzt) auch dazu riet. Es galt, dem Vorwurf vorzubeugen, hier an der Murdoch machen sie internationales, aber wenn Du Straf- Familien- Sachenrecht etc ordentlich machen willst, dann musst Du woanders hin. Ich weiss natürlich, dass das eine das andere nicht ausschliesst und mich muss man da sowieso nicht zum Jagen tragen, aber so Leute wie ich (und wahrscheinlich auch Du) haben vielleicht eine Tendenz, die Internationalität im Jus überzubewerten.
    Was ich da schreibe ist mehr ein fragender Kommentar, denn ich bin mir da keineswegs sicher. Anekdotisch: Meine Schwester ist Familienrechtlerin in Kaiserslautern. Bis auf ein paar Schreiben an amerikanische Klienten hatte die noch nichts wirklich internationales in ihren über 20 Jahren (von dem ich wüsste). Ihr Mann ist auch Anwalt. Bis vor kurzem in einer mittleren Wirtschaftskanzlei in einer mittleren Stadt. Insbes. Arbeitsrecht. Ebenfalls praktisch nichts (wäre auch schlecht, der spricht kein Englisch). Jetzt Verbandjurist in einem grossen Dachverband. Immer noch nichts. Klar, das ist Deutschland. Und eines ist sicher. D ist in allen Rechtsdingen ultra-provinziell. Garnatiert ist das in der Schweis anders.

    Viele Grüsse nach Lausanne,
    Jürgen

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    1. Andreas R. Ziegler Post author

      Lieber Jürgen,

      heute habe ich für die Schweiz einen Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung gelesen, zur Rechtsauskunft für den normalen Bürger:

      http://www.unentgeltliche-rechtsauskunft.ch/

      Themen:
      – Zivilrecht
      – Vertragsrecht
      – Insolvenzrecht
      – Haftpflichtrecht
      – Gesellschaftsrecht
      – Strafrecht
      – Steuerrecht
      – Ausländerrecht
      – Notariat
      – Verwaltungsrecht

      Es stimmt natürlich, dass ich in der Schweiz an die extreme Auslandsabhängigkeit im Wirtschaftsleben (und damit zusammenhängend den hohen Ausländeranteil) gedacht habe. Hunderttausende Grenzgänger kommen täglich ins Land und die meisten Unternehmen haben starke Auslandskontakte. Zwar arbeitet nicht jeder bei Nestlé, Novartis oder UBS…aber indirekt hängen eben die hohe Wertschöpfung und viele Jobs davon ab. In Australien sind es natürlich die Rohstoffexporte, auch wenn das der Scheidungsanwalt in Parramatta nicht täglich spürt….

      Daneben muss man natürlich sagen, dass viele alltägliche Bereiche (Familienrecht, Strafrecht etc.) heute eben indirekt von einer internationalen Koordination oder sogar Harmonisation geprägt sind, was man aber dem gesetzestext im Alltag nicht mehr ansieht. HIer soll gerade die gleichgeschlechtliche Ehe eingeführt werden und natürlich bezieht man sich auf die Regelungen der Nachbarstaaten und die Vorgaben internationaler Organisationen (auch wenn man sich natürlich nicht daran gebunden fühlt) ….

      Herzlich Andreas

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